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INGE MORATH /// FIRST COLOR         de | en

Bei diesem Titel muss ich zuerst an EARLY COLOR denken, dieses wundervolle kleine Buch mit frühen Farbaufnahmen von Saul Leiter. Ein teurer Schatz. Und tatsächlich gibt es Parallelen. Auch FIRST COLOR hat ein sehr handliches Format und kommt mit rundem Rücken und wie in EARLY COLOR sind die Bilder klein und mit viel Weißraum mittig auf den Seiten platziert, wie in einem Fotoalbum. Ganz toll.

Inge Morath ist wirklich eine sehr interessante Frau. Von der schreibenden Journalistin hat sie sich nach ihrer Emigration nach Paris im Umfeld der Fotoagentur MAGNUM zur Fotografin entwickelt. Später hat sie Arthur Miller geheiratet, mit dem sie in der ganzen Welt auf Reisen war.

“First Color” zeigt Inge Moraths frühe Farbfotografien aus den 50er und 60er Jahren, eine kleine Auswahl aus mehr als 10.000 Aufnahmen, die nach ihrem Tod entdeckt wurden. Aufgenommen wurden sie in England, Spanien, Irland, Süd-Afrika, Österreich, Iran, USA, Rumänien, Mexico, Tunesien und im Gaza Streifen.

Inge Morath Humor, ihre klare Sichtweise und ihre Sensibilität verwandeln gewöhnliche Motive mit Leichtigkeit in lyrische Metaphern. Ich weiß nicht, wo ich das gelesen habe, aber es stimmt. Das Buch beweist aber gleichzeitig einmal mehr die archivarische Kraft, die in guten Fotografien steckt. Beim betrachten und studieren dieser Bilder begreift man sehr leicht, wie sich das Leben vor fünfzig Jahren in verschiedenen Teilen der Welt angefühlt, wie es ausgesehen, geschmeckt und gerochen hat.

Ein teurer Schatz, auch dieses Buch.
 
Steidl & Partners, 2009 /// 250 x 320 mm /// 336 pages /// 146 color photographs /// hardcover with dust-jacket /// English
 
€38.00
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